direkt zur Navigation

Wappen des Landes Nordrhein Westfalen

Navigation zweite Ebene

Inhalt


Flächenrecycling


Weiblicher Mund mit Pusteblume

Für eine nachhaltige Flächenentwicklung muss die Erhaltung der Ressource Boden stärkere Berücksichtigung finden. Neben der generellen Reduzierung der Flächeninanspruchnahme gehören dazu auch qualitative Aspekte wie die Wiedernutzung industrieller Brachflächen und die Schonung besonders wertvoller und schutzwürdiger Böden. Auch die stärkere Nutzung von Entsiegelungspotenzialen und die entsprechende Berücksichtigung in der Eingriffsregelung gehören dazu.

Einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Neuinanspruchnahme von Freiflächen leistet die Reaktivierung von Industrie-, Verkehrs- und Militärbrachen - das sogenannte "Flächenrecycling". Dies aber nur, wenn die aufbereiteten Flächen vermarktet und die angestrebten Nutzungen realisiert werden können. Viele durch den wirtschaftlichen Strukturwandel brach gefallene Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen können gleichwohl in einzelwirtschaftlicher Betrachtung nicht rentierlich aufbereitet werden.

Um für die Flächenreaktivierung weiterhin öffentliche Mittel einsetzen zu können wird beständig darauf hingewirkt, dass die Altlastensanierung als Förderzweck in möglichst vielen flächenbezogenen Förderprogrammen verankert bleibt oder wird. Beispiele sind die regionale Wirtschaftsförderung, die Städtebauförderung und die EU-Strukturprogramme.

Eine beispielhafte Kooperation von Land, Wirtschaft und Kommunen stellt in Nordrhein-Westfalen der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband (AAV) mit Sitz in Hattingen dar.

Um die Flächenreaktivierung attraktiver zu gestalten, werden in einem ersten Schritt folgende Aspekte vertieft bearbeitet:
  • Unterstützung des Flächenrecyclings durch Ausnahme aus der naturschutzrechtlichen und bauplanungsrechtlichen Eingriffsregelung auf ehemals für bauliche oder verkehrliche Zwecke genutzten Flächen (Natur auf Zeit)
  • Förderung der Entsiegelung und der Wiederherstellung von Bodenfunktionen als bodenbezogene Ausgleichsmaßnahme
  • Verbesserung der Datenbasis über Flächenrecycling- und Entsiegelungspotenziale durch Entwicklung entsprechender Indikatoren und katastermäßige Erfassung
  • Verbesserung der ökonomischen Randbedingungen zur Reaktivierung von Industrie- und Verkehrsbrachen
  • Vergabe eines "Bodenschutzpreises" für Best-practice-Beispiele zum Flächenrecycling